Im Rahmen eines Förderprojektes des Umweltamts Wiesbaden konnte der FTW-Verein verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Artenvielfalt heimischer Tier-, Insekten- und Pflanzenarten (=Biodiversität) auf seinem Vereinsgelände von 20.000 qm umsetzen.
Dies geschah in Kooperation wie folgt:
NABU: biologisch-wissenschaftliche Expertise, fachliche Beratung und Begleitung der Umsetzung und weiterem Monitoring.
Wir nehmen Sie mit auf eine Reise der Verwandlung. Aus einem zuvor monotonen Sportfeld mit überpflegten Grasflächen wird eine diverse Anlage. Auch wenn es für einige Mitglieder manchmal etwas "wild aussieht".
Natürlich muss man hier am "Ball" bleiben und den Fortgang im Blick behalten, die Pflanzen freihalten damit sich keine lichtstarken Pflanzen durchsetzen und es den Neuankömmlingen schwer machen. Doch es hat nicht lange gedauert und eine Vielzahl von Stauden ist angewachsen. Auch die Sträucher bereiten uns Freude; eine deutliche Verbesserung der Struktur. Es wurde eine Vielzahl an Habitaten geschaffen für Vögel, Insekten und hoffentlich auch Amphibien mit den zuletzt ergänzten kleinen Teichanlagen. Und bereits im ersten Jahr wurde fast die Hälfte aller Vogelnisthilfen angenommen!
Video, Schnitt und Bearbeitung: D. Wehlmann

29.MAI: Sichtung von HIRSCHKÄFERN
Auf unserem Vereinsgelände gibt es seit Jahren absolut unberührte Bereiche, in denen wir Totholz von Baumfällungen/-schnitt abgelagert haben.
Bei einer gemeinsamen Begehung mit Dr.Harald Kellner, Biologe bei NABU-Wiesbaden wollten wir eigentlich in der Abenddämmerung Fledermäuse detektieren (was auch erfolgreich war) ... dann flatterten erste Hirschkäfer mit auffällig brummendem Flügelschlag über einen der Tennisplätze!!
Geblendet oder irritiert durch unsere Taschenlampe landete einer -wohl orientierungslos- direkt vor uns an.
Eine herrliche Gelegenheit für einen Anblick im Detail, wobei er gleich in Angriffsstellung ging.
Wir haben ihn dann wieder schonend durch den Zaun zurück ins Grün und Unterholz geleitet!
APRIL 2026: Zur Pflanzzeit im Frühjahr haben wir mit einer Freiwilligen-Mannschaft von FTW und NABU neue Biotop-Elemente geschaffen!
Nach erneuter interner Mittelsammlung haben wir 3t Bruchstein-Blöcke, 2t-Sand und 1t-Muttererde angeschafft und eine größere Trockensteinmauer gebaut. Ideal in direkter Sonnenlage auch für ein integriertes Staudenbeet mit einer breit gefächerten Pflanzenmischung.
Ein zweites Staudenbeet wurde im Eingangsbereich des Vereins angelegt, eingerahmt in einen Steinkranz, damit das umliegende Gras nicht ins Beet wächst und die Neupflanzen unterdrücken.
Auch im zweiten Jahr der Umstrukturierung zeigen sich im Frühling tolle Ergebnisse sowohl in der Vielfalt an neuen Blühpflanzen als auch im Besucherstrom durch Insekten und Vögel, die man allerorten hört und sieht.
Gerade im Sandarium tummeln sich allerlei Fluginsekten wie Grabbienen aber auch Käfer im dort vorhandenen Totholz, das langsam aber stetig verrottet. Wie auch anderenorten auf dem Vereinsgelände.
Alle bisher gesetzten Stauden, eine funktionelle MIschung aus Früh- und Spätblühern, haben sich gut etabliert uns zeigen eine jetzt noch größere Blütenpracht.
DEZEMBER 2025 – Reinigung der Nistkästen und MONITORING der BELEGUNG
Etwas spät im Jahr aber trotzdem noch rechtzeitig erledigten wir die Reinigung aller im Vorjahr aufgehängten Nistkästen. Das waren überwiegend Meisenkästen (28 mm + 32 mm Lochung), aber auch Halbschalen-Kästen für z.B. Amseln. Dazu noch spezielle Nistkästen für Bilche, einige Schwalbennester und Fledermaus-Kästen, diese müssen allerdings nicht gereinigt werden.
MONITORING: Um den Erfolg neu etablierter Naturbausteine zu überprüfen ist es wichtig, aktiv ein "Monitoring" zu betreiben. Also eine Bestandsaufnahme darüber, ob Neupflanzungen angewachsen sind oder ob sich sich -wie geplant- neue Arten zeigen und ansiedeln.
Somit haben wir die Belegung der neuen Nisthilfen dokumentiert, was wir auch weiterhin machen werden. (siehe Lageplan + Tabelle). Es hat sich gezeigt, dass bereits im ersten Jahr fast der Hälfte(!) aller Vogelkästen schon Nester gebaut wurden; viele davon mit Resten von kleinen Eierschalen.
Das ist für ein erstes Jahr ein hervorragender Wert und zeigt einmal wieder, wie wichtig die diesbezügliche Unterstützung für unseren gefiederten Freunde ist! Daneben unterstützen wir die Vogelwelt auf der Anlage mit Wasser- und Futterstellen.
JUNI 2025 – PROJEKTTAG der NAJU (Naturschutzbund-Jugend) Hessen beim FTW e.V.
Das NAJU Landeslager 2025 fand in Wiesbaden statt, wo 80 Kinder und Jugendliche auf Schloss Freudenberg 4 Tage verweilten. Das Landeslager ist die größte Veranstaltung der NAJU Hessen und bietet NAJU Gruppen, unseren Aktiven auf Landesebene sowie interessierten Kindern und Jugendlichen Raum für Austausch und tolle gemeinsame Erlebnisse.
Gemeinsam mit dem NABU-Wiesbaden wurde ein PROJEKT-TAG „Biodiversität“ auf dem FTW-Gelände für die Kinder organisiert! Es wurden Gruppen mit bis zu 10 Teilnehmern gebildet, die an diesen Projekten teilgenommen haben:
1) Es wurden 2 TEICHE angelegt, wichtige Wasserstellen für alle Tiere im Umfeld.
2) Aus übrigen alten Paletten auf dem Vereinsgelände wurde ein großes Doppel-HOCHBEET gebaut.
3) Die Kinder haben unter Anleitung 10 NISTKÄSTEN für Steinkäuze gezimmert.
4) Im POSTER-Workshop haben die Kinder 3 Poster zu Pflanzen, Vögeln und Insekten gestaltet.
5) Bei der Autoren-Lesung las der AUTOR des Kinderbuches „Pitschpatsch“ allen interessierten Kindern persönlich aus seinem Buch vor. Und sorgte damit für interessante Einblicke.
Dazwischen erfolgte eine Stärkung mit leckerem Grillangebot und selbst gebackenem Kuchen. So erlebten die Kidz und Jugendlichen vom NAJU einen erfüllten Tag mit einer guten Mischung aus Anpacken und der Vermittlung von Fachwissen durch uns Ältere ;-) Und der FTW e.V. profitierte von den neuen Naturelementen, die angelegt wurden. So etwas geht nur mit ganz vielen (kleinen) Helfern!
MAI 2025: Investition und Aufwand haben sich gelohnt – ALLES WÄCHST UND GEDEIHT
Der erste Winter war zwar recht mild aber doch trocken. Aber dank der intensiven Bewässerung haben alle Anpflanzungen die erste kalte Jahreszeit einwandfrei überstanden! Sowohl die neuen Staudenreihen als auch die Steingarten-Bepflanzung wie auch die neuen Sträucher (Hartriegel, Pfaffenhütchen & Co.).
Mit den ersten Blüten im Frühling dauerte es nicht lange, bis sich auch reichlich interessierte Fluginsekten zeigten. Durch die Mischung von Früh- bis Spätblühern bei der Stauden-Wahl ist immer etwas in der Blüte, was die Insekten sichtbar freut!
Auch die Nisthilfen für Wildbienen wurden bereits angenommen. Einmal in den aufgehängten Holzscheiten mit Lochung unterschiedlicher Größe. Aber auch im neuen Sandarium wurden die ersten Grabbienen (brüten im Sandboden) gesichtet, die sich auf dem neuen Spielplatz tummelten.
Mit dem Übergang in den Sommer -bei weiterer Bewässerung- sahen wir auch die anziehende Kraft von naturbelassenen Blühwiesen, die schnell voller Leben waren. Auch an den neuen Sträuchern wuchsen die ersten saftigen Blüten und lockten Insekten.
Und auch die ersten Vögel wurden im Frühjahr beim Bezug der neuen Nistkästen (25 an der Zahl!) gesichtet, sodass wir auf gute Belegung hoffen konnten. Am Jahresende folgt bei der Nistkasten-Reinigung eine Zählung, ob sie angenommen wurden.
Die Totholz-Haufen rotten vor sich hin … bislang wurden noch keine neuen Käfer gesichtet. Aber sie bearbeiten sicher das Totholz von unter dem Haufen, wo sich der eigentliche „Käferkeller“ befindet.
Dezember 2024 - Letzte BESCHILDERUNG und Abnahme durch UMWELTAMT
Für den letzten Feinschliff der Fördermaßnahme sorgte die verbleibende Beschilderung. An fast jedem neuen Naturelement wurde eine erläuternde Info-Tafel angebracht. Zusammen mit Info-Postern zu heimischen Bäumen, Sträuchern und Insekten. So können Mitglieder und Besucher gleich den Sinn der umgesetzten Biodiversitätsmaßnahmen verstehen und ihr eigenes Wissen überprüfen und erweitern.
Anfang Dezember war es dann soweit! Frau Horsmann vom Umweltamt Wiesbaden nahm sich einen halben Tag Zeit. Sie vergewisserte sich, dass die Fördermittel der Stadt auch plangemäß eingesetzt wurden. Nistkästen wurden gezählt, gepflanzte Sträucher und Stauden-Reihen begutachtet ebenso wie das neue „Sandarium“ zur Wildbienenpflege.
Insgesamt ist das Umweltamt sehr zufrieden mit der Sinnhaftigkeit und Umsetzung dieses gelungenen Projektes zur Steigerung der Biodiversität im urbanen Raum. Es ist somit ein gutes Beispiel auch für andere Vereine, die über ein größeres Vereinsgelände mit Grünflächen verfügen.
Sowohl NABU Wiesbaden als auch der FTW e.V. bietet anderen Vereinen gerne fachliche Führungen beim FTW e.V. an, um Anregungen zu erhalten. Sprechen Sie uns an!
Am Samstag, den
9.11.2024 haben wir uns an die Umsetzung aller festgelegten Maßnahmen gemacht. Die Anschaffung allen Materials hat gut 2 Wochen gedauert und natürlich braucht man für so eine
Aktion jede Menge geeignetes Werkzeug! So haben schließlich 5 NABU-Aktive und ca. 25 Helfer vom FTW-Verein in 7 Stunden bei bestem Wetter viel erreicht auf dem über 20.000 großen
Vereinsgelände:
- Wir haben über 25 spezielle NISTKÄSTEN für Vögel inkl. Schwalbennester, Fledermäuse, Gartenschläfer und Haselmaus und sogar einen Eulenkasten aufgehängt. Mit baumschonenden Aluminium-Nägeln! Dazu 2 Futterstellen gebaut und Vogeltränken platziert.
- Es wurden BLÜHWIESEN und Blühstreifen mit regional zusammengestellten Samen-Mischungen angelegt.
- An mehreren Stellen haben wir STAUDEN-BEETE angelegt mit heimischen früh- und spätblühenden Blütenpflanzen wie auch mehrere beerentragende STRÄUCHER, die allesamt eine wertvolle Ergänzung auf dem Speiseplan der Insekten und anderer Tiere sind.
- Dazu haben wir ein ca. 10qm großes „SANDARIUM“ geschaffen, zwei STEINGÄRTEN mit Bepflanzung ebenso wie mehrere TOTHOLZ-Haufen, über die sich eine Vielzahl heimischer Käfer und andere Insekten freuen.
- Und damit auch ein Lerneffekt für interessierte Mitglieder und Besucher entsteht haben wir die einzelnen Maßnahmen mit aussagekräftigen SCHILDERN
versehen, die die jeweilige Funktion erläutern. In dem Zusammenhang wurden gut 1,1 Tonnen Bruchsteine und über 1 Tonne Sand (grob, ungewaschen!) über das Gelände transportiert und
verarbeitet.
Das Bildmaterial zeigt einige Ausschnitte vom Tag und den Maßnahmen, die zweifelsfrei die Artenvielfalt an Fauna & Flora (=BIODIVERSITÄT) auf dem Gelände steigern werden! Wir sind gespannt inwieweit die Nistkästen angenommen werden, Was Insektenzählungen 2025 auf den Blühwiesen ergeben und hoffentlich viele Wildbienen bei ihren Grabaktivitäten im Sandarium nächstes Jahr beobachten.
Der AktionsTag hat allen Beteiligten großen Spaß gemacht! Ermöglicht wurde alles nicht zuletzt durch die finanzielle
FÖRDERUNG des UMWELTAMTS Wiesbaden, für die wir ganz herzlich danken!!
WIR SIND WAS WIR TUN. Die NATURSCHUTZMACHER
NABU-Wiesbaden
Text: Dirk Wehlmann
Artenvielfalt heimischer Tier- und Pflanzenarten auf über 20.000qm fördern!– Start 9.11.2024
Gemeinsam mit dem Verein „Freie Turnerschaft Wiesbaden FTW 1896 e.V.“ setzen wir aktuell ein PROJEKT zur Verbesserung der BIODIVERSITÄT auf deren Vereinsgelände um. Das Projekt wird vom Umweltamt Wiesbaden gefördert!
1. Zunächst haben wir das Gelände von über 20.000 qm mit unseren Experten für Flora und Fauna gesichtet und an vielen Stellen geeignete Maßnahmen festgelegt. Es besteht mit dem hohen Grünflächen- und Baumanteil eine ordentliche Basis für die angestrebten Optimierungen.
2. Für die bereitgestellte Fördersumme wurde eine Vielzahl von besonderen Nisthilfen für Vögel und Insekten, aber auch Fledermäuse und Gartenschläfer sowie eine große Menge an regional typischen Blühpflanzen und Kräutern sowie Beeren-Sträucher bei einem lokalen auf heimische Arten spezialisierten Gärtnerei-Betrieb angeschafft.
3. In Kürze werden wir zusammen mit Helfern aus dem Verein die Nistkästen aufhängen, auf dem Gelände Totholz-Haufen und Steingärten anlegen und sogar ein großes „Sandarium“ ist geplant! Parallel werden spezielle regionale Blühmischungen auf allen Wiesenflächen ausgebracht -Blühwiesen und Staudenflächen angelegt-, um Flug- und Bodeninsekten ideale Bedingungen für Schutz und Nahrung zu jeder Jahreszeit zu schaffen!
4. Der Erfolg der Aktion wird im weiteren Verlauf überprüft und lässt sich möglicherweise als Referenzprojekt für andere Vereine nutzen
Insgesamt eine sehr funktionelle Kooperation zwischen Stadt (Mittel), NABU (Expertise) und Verein (Gelände, Helfer), die wir weiter dokumentieren werden.
Das ist gut für die Natur. Für uns. Für Sie!
Text: Dirk Wehlmann

